Hans Schlimbach: Museumsfenster | Portfolio

Schon immer hat mir das gedämpfte Licht in Museen und Ausstellungen gut gefallen. Das diffuse Licht, das entsteht wenn die Fenster mit Gaze-Rollos oder Vorhängen verhängt sind um die Kunstwerke vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Wenn sich zu den Rändern hin seidig dunkle Übergänge bilden,  Lichtspalten den Fensterraum teilen und "das da Draußen" in hellgrau zu ahnendes Schattenspiel abbilden. Das ist – manchmal – spannender als die Kunst in meinem Rücken, bildet einen starken atmosphärischen Kontrast z.B. zu Kriegsbildern an den Wänden oder wilden Environments auf dem Boden. Dann habe ich das versucht, zu fotografieren. Die kleine flache Digitalkamera, die man in die Tasche stecken kann, immer dabei. Auflösung nicht so wichtig, der malerische, atmosphärische Aspekt überwiegt. Und so nach und nach habe ich diese Fenster dann "gesammelt" –, so wie die verwirrten Blicke der Museumswärter … In vielen Museen darf man nicht fotografieren, da geht's dann um Verwertungsrechte oder die Angst vor Beschädigung – und das Personal macht Jagd auf jeden, der eine Kamera umhängen hat oder gar ein Stativ mit sich rumschleppt. In Köln half mir eine sehr nette alte Dame, die die Wärter, die mich zu Dritt in die Enge trieben, solange ablenkte, bis ich "mein Fenster" hatte.

Da gibt es nichts an sozial-dokumentarischem Hintergrund, keine fotohistorische Analogie mit denen ich die Fotos »aufladen« könnte – nur die geheimnisvolle Schönheit der Lichtmalerei auf diesen die Welten trennenden Vorhängen. Und – rein fototechnisch gesehen – ein großes Wundern darüber, dass die Schärfemessung in der winzigen Kamera so gut funktioniert – trotz der diffusen Motive...

Hans Schlimbach: hwschlimbach@t-online.de

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